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FIN DU SIECLE

Rexall Americanitis Elixis - eine Flasche aus dem Jahr 1906. Bildquelle: Pinterest.

 

Begriffe wie «Neurasthenie», «Nervosismus» und «Hysterie» wurden zu einem regelrechten Dauerbrenner der viktorianischen Epoche und des Fin de siecle. Hinzu werden bis heute Referenzen gefunden in diversen Kunstformen. 

Aus praktischen Gründen wird hier auf Vertiefung in die Scharlatanerie verzichtet. Stattdessen widmen wir uns vorwiegend den Beiträgen der drei wichtigsten Persönlichkeiten. Dr. Jean-Martin Charcot, Dr. Jozef Babinski und Dr. Sigmund Freud.

 

Zahlreiche, mehr oder weniger seriöse Vertreter der heilenden Berufe produzierten laufend diverse Theorien und Therapieverfahren. Auch tauchten immer neue, oft kuriose Bezeichnungen auf. So popularisierten der Psychologe, William James, sowie der Drogist, W.S. Lloyd, den Begriff «Americanitis», da sie die schnelle, amerikanische Lebensart verantwortlich machten für das Krankheitsbild. [1] Hierfür stellte Herr Lloyd auch den «Rexall Americanitis Exilir» her zur «Tonung der Nerven zwecks Stärkung gegen die unnatürlichen Forderungen». [2]

Es kursierten aber allerlei weitere Begriffe wie «The English Malady» («Das Britishe Leiden»), «Globus hystericus» («Frosch im Hals» bei Beunruhigung), «Amerikanische Nervosität», «Nervenschwäche» oder «Lymphaticismus» (dies eher in Osteuropa und unter Annahme eines Lymphüberschusses als Ursache für Trägheit und Krankhaftigkeit). Die damaligen Zeitungen und Zeitschriften aus den USA und Europa waren voll von Werbungen und Vermutungen – neben diversen Flüssigkeiten, Pülverchen, Extrakten und Salben wurden auch Massagegeräte, Vibratoren, Bäder, Elektrotherapien, Hypnosen und weitere Kuren als wirksam gepriesen. 

 

QUELLEN: 

[1] “Neurasthenic Nation: America’s Search for Health, Happiness, and Comfort, 1869 – 1920 (Critical Issues in Health and Medicine), 1st Edition”
David G. Schuster
Rutgers University Press, Published 2012

[2] «The Brief History of Americanitis»
Greg Daugherty
Smithsonian, Published 25.03.2015

 

HAFTUNGSERKLÄRUNG

 

Der Verein ME/CFS Schweiz sieht sich primär als gemeinnützige Vereinigung von ME/CFS-Betroffenen und -Interessierten sowie fungiert als Informationsquelle zu der Erkrankung "Myalgische Enzephalomyelopathie (-tis) / Chronic Fatigue Syndrome" (ME/CFS, ICD-10: G93.3). Die Inhalte werden kontinuierlich angepasst, es besteht unsererseits jedoch kein Anspruch auf Vollkommenheit oder vollständige Aktualität.  

Der Verein übernimmt keine Haftung für das individuelle Einsetzen der von uns angebotenen Informationen und ersetzt keinesfalls die geschulten Spezialisten aus dem Gesundheits-, Rechts- oder Sozialwesen. Unsere Organisation bietet auch keine individuellen, medizinischen Beratungen oder Zuweisungen an.